Ausflug der Montagsrunde zur Meyer-Werft nach Papenburg

Die Montagsrunde unseres Vereins hat das Glück, dass unser Mitglied Norbert Harms einmal im Jahr einen Tagesausflug zu interessanten maritimen Sehenswürdigkeiten der Region für uns organisiert. Dieses Mal ging es zur Meyer-Werft nach Papenburg. Auch wenn der Eine oder die Andere schon mal dort gewesen war, lohnte sich ein Besuch, denn die technischen Entwicklungen der Werft sind wirklich atemberaubend.

Schon der erste Blick nach dem Aussteigen aus dem Bus ließ viele staunen. Vor uns lag ein sogenannter “Gigablock”, ein Segment aus dem Mittelteil eines zukünftigen Kreuzfahrers, haushoch und schon erstaunlich komplett. Das “Stück Schiff” gehörte zur zukünftigen “Disney Believe”, die nächstes Jahr fertiggestellt werden soll. Es war keine 14 Tage vorher ausgedockt worden und schwamm jetzt im Hafenbecken!

Der Gigablock der “Disney Believe”

Im Rahmen einer Führung erfuhren wir mehr zu der erstaunlichen Art und Weise, wie heutzutage die großen Cruiseschiffe gebaut werden. Das Ganze ähnelt mehr einem Baukastensystem als einem klassischen Schiffbau von Kiellegung bis Ausbau. Dahinter steht eine unglaubliche technische und logistische Leistung, zumal auf der Werft in der Regel mehrere Schiffe gleichzeitig im Bau sind. 3.450 Mitarbeitende sind rund um die Uhr bei Meyer beschäftigt, insgesamt hängen etwas 21.000 Arbeitsplätze an der Produktion der Kreuzfahrer, von denen in Papenburg bisher 61 fertiggestellt wurden.

In einem Ausstellungsraum des Rundgangs wurde anhand von detailgetreuen Modellen deutlich, wie sehr sich die Cruiseschiffe in den letzten Jahrzehnten verändert und vor allem vergrößert haben. In der Besuchergalerie der riesigen Werkshalle konnten wir uns davon in Natura überzeugen: Dort lag die schon sehr weitgehend fertiggestellte “Carnival Festivale” mit 344 m Länge und 42 m Breite, die ab dem nächsten Jahr 6.400 Passagiere transportieren soll. Eine schwimmende Kleinstadt mit nicht nur Komfort und Vergnügungsangeboten für die Reisenden, sondern auch aufwändiger Technik für all die Ver- und Entsorgungsbereiche. Sie teilte sich das gigantische Trockendock mit weiteren Segmenten der “Disney Believe”, auf denen gerade u.a. das bordeigene Theater grundinstalliert wurde.

Die Meyer-Werft hat ihren Besucherbereich sehr gut organisiert, so dass man mit mehreren Filmen, den Ausstellungsräumen und den Erklärungen des Führers einen guten Einblick in die Aktivitäten bei Meyer bekommen konnte. Bei aller Bewunderung für die unglaubliche Leistung der Werft warf die Besichtigung aber auch viele Fragen auf: Grundsätzliche Fragen zu dem Massentourismus, für den die Schiffe nun einmal stehen. Fragen zur Sicherheit, die sich eben nicht nur mit der Aufzählung der an Bord befindlichen Rettungseinheiten beantworten lassen. Aber auch Fragen dazu, was es bedeuten könnte, wenn angesichts der schwierigen Lage an der schmalen Ems und der immer größer werdenden Schiffe der Standort aufgegeben würde.

Es war ein sehr interessanter und anregender Tag, bei dem übrigens auch die kulinarische Seite nicht zu kurz kam. An Norbert Harms einen ganz herzlichen Dank dafür!

Blick in die Werkshalle mit der “Carnival Festivale”

 

So stellen sich Designer das Heck eines zukünftigen Kreuzfahrtschiffs vor!

 


Übrigens: Sehen wir uns zum nächsten Filmabend? Heißer Tipp: Veranstaltungen anklicken.

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